SFA| Zertifikatslehrgang Pferdegestützte Psychotherapie und Psychologie
Sonntag, 13. Juni 2027, 13:00 Termin in Kalender eintragen
Veranstaltungsort: Therapiehof Malafa, Goldgeben
Pferdegestützte Psychotherapie und Psychologie verbindet psychotherapeutisches Fachwissen mit der besonderen Beziehung zwischen Mensch und Pferd. Sie nutzt die Begegnung mit dem Pferd als therapeutisch begleiteten Erfahrungsraum, in dem innere Prozesse sichtbar, spürbar und bearbeitbar werden.
In der pferdegestützten Psychotherapie wird das Pferd als lebendiges Gegenüber in den Prozess einbezogen. Pferde reagieren fein auf Körpersprache, Spannung, Atmung, Nähe, Distanz und innere Zustände. Dadurch können sie dem Klienten oder der Klientin auf unmittelbare Weise etwas spiegeln: Unsicherheit, Anspannung, Klarheit, Überforderung, Kontaktfähigkeit oder innere Ruhe werden direkt in der Interaktion erlebbar.
Das Pferd kann Heilungsprozesse unterstützen, indem es Beziehung ermöglicht, Vertrauen fördert, Stärke vermittelt und Menschen dazu einlädt, sich selbst bewusster wahrzunehmen.
Dieser Zertifikatslehrgang enthält theoretische Grundlagen, Kleingruppenarbeit, Selbstreflexion und Supervisionseinheiten. Er schafft einen Rahmen, in dem Wirksamkeit, Grenzen und Verantwortung pferdegestützter Arbeit reflektiert werden können.
Module und Termine
Module und Termine
Modul 1:
Einführung in die pferdegestützte Psychotherapie und die Besonderheiten dieses Settings
Termin:
2.-4. Oktober 2026
Ort: Therapiehof Malafa, Goldgeben
Das erste Modul geht auf die Grundlagen der therapeutischen Arbeit ein und schafft die Basis für die weitere praktische und fachliche Ausbildung im Lehrgang. Im Mittelpunkt stehen das Kennenlernen zentraler Voraussetzungen für die professionelle Arbeit mit dem Pferd sowie die Auseinandersetzung mit organisatorischen, rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen.
Modul 2:
Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Arbeit im therapeutischen Setting Mensch-Pferd
Termin:
20.-22. November 2026
Ort: Therapiehof Malafa, Goldgeben bzw. freitags online
Zwischenmodul Peer Groups
Termin:
Januar+Februar 2027 (42 UE/4 ECTS) – ortsbeliebig
Die Peer-Groups ermöglichen den Teilnehmer*innen einen regelmäßigen fachlichen und persönlichen Austausch außerhalb der formalen Lehrsituationen. Sie fördern gemeinsames Lernen, Reflexion und gegenseitige Unterstützung. In der Gruppe können Unsicherheiten, emotionale Belastungen und schwierige therapeutische Situationen, nicht selten mit den Tieren, offen besprochen werden. Peer-Groups helfen außerdem, unterschiedliche Herangehensweisen kennenzulernen und die eigene therapeutische Haltung im Dreieck: Therapeut*in-Klient*in-Pferd weiterzuentwickeln. Gleichzeitig stärken sie die Fähigkeit zur Selbstreflexion, Kooperation, was zum Beispiel im Curriculum auch die selbst zu kreierende eigene Übung betrifft und die Live-Supervisionen – wo Rollenspieler*innen, bzw. Klient*innen aus der Praxis, sowie Beobachter*innen, also Zusammenarbeit, gebraucht werden.
Modul 3:
Therapeutische Beziehung und Interventionen sowie körperliche Gesundheit für Mensch und Tier
Termin:
5.-7. März 2027
Ort: Therapiehof Malafa, Goldgeben bzw. freitags online
Das dritte Modul vertieft die therapeutische Arbeit im Setting Mensch–Pferd unter besonderer Berücksichtigung unterschiedlicher psychischer Störungsbilder und therapeutischer Zugänge. Die Teilnehmer*innen setzen sich mit spezifischen Anforderungen in der Arbeit mit verschiedenen Diagnosen auseinander und erweitern ihre Kompetenz, therapeutische Prozesse individuell und zielgerichtet zu gestalten.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Wahrnehmung und Deutung der Körpersprache des Pferdes als wesentlicher Bestandteil nonverbaler Kommunikation und Beziehungsarbeit. Die Teilnehmer*innen lernen, Reaktionen und Ausdrucksformen des Pferdes differenziert wahrzunehmen und in den therapeutischen Prozess einzubeziehen.
Zwischenmodul Supervision
Termin:
April+Mai 2027
Ort: Therapiehof Malafa, Goldgeben
Die Live-Supervision ermöglicht es, therapeutisches Handeln, in dem neuen Gebiet mit dem Pferd, unmittelbar zu beobachten und gemeinsam zu reflektieren. Im Unterschied zu rein erzählten Fallberichten werden Beziehungsgestaltung, Haltung, Gesprächsführung und Interventionen direkt sichtbar. In unserer besonderen Arbeit auch die Gestaltung des Arbeitsumfeldes. Durch Videoaufnahmen oder direkte Beobachtung wird Selbstreflexion vertieft, da eigenes Verhalten, und die Interaktion des Systems Mensch-Tier konkret wahrgenommen werden kann. Gleichzeitig dient Live-Supervision auch der Qualitätssicherung und der Überprüfung der erworbenen Kompetenz im Ausbildungskontext.
Modul 4:
Therapeutische Prozessgestaltung, Praxisvertiefung und Abschlussreflexionen
Termin:
11.-13. Juni 2027
Im vierten Modul steht die eigenständige Gestaltung therapeutischer Prozesse im Setting Mensch–Pferd im Mittelpunkt. Die Teilnehmer*innen vertiefen ihre praktischen und methodischen Kompetenzen und lernen, Übungen und Interventionen selbstständig, zielorientiert und situationsadäquat zu planen und durchzuführen. Die Teilnehmenden erarbeiten Präsentationen der selbstkreierten Übungen.
Zielgruppen und Interessensgebiete
Zielgruppen und Interessensgebiete
Diese Fortbildung richtet sich an folgende Gruppen:
- Studierende der Psychologie und Psychotherapie
- Psychologinnen und Psychologen
- Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten
- Therapeut*innen, die mit Trauma, Bindung, Körpererleben oder Emotionsregulation arbeiten
- Fachpersonen aus Beratung, psychosozialer Begleitung und Sozialpädagogik
- Ärztliches Fachpersonal und Ärzt*innen , insbesondere mit psychotherapeutischem, psychiatrischem oder psychosomatischem Interesse
Lehrgangsleitung und Lehrkräfte
Lehrgangsleitung und Lehrkräfte
Robert Koch, MSc
- Systemischer Familientherapeut und Lehrtherapeut
- Psychotherapeut
- Dozent SFU Fakultät Psychotherapiewissenschaft und Psychologie
- Leiter des Instituts für pferdegestützte Kommunikation
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Kristina Gilmer, MA
- Psychotherapeutin in freier Praxis in Mödling / Maria Enzersdorf
- zertifizierte Reittherapeutin, Diplom für HTFP (Heilpädagogische und therapeutische Förderung mit dem Pferd)
- Psychotherapeutisches Fachspezifikum für Systemische Familientherapie, ÖAS, Wien
- Diplomlehrgang Psychotherapeutisches Propädeutikum, ARGE, Wien
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Alexandra Schlosser
- Professor der Psychiatrie an der SFU Wien
- Spezialgebiet: Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin
- Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie, ISST-Schematherapie)
- Supervisorin
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Informationsabende
Informationsabende
- Dienstag, 16. Juni 2026 18:00- 19:00 Uhr
- Dienstag, 8. September 2026 18:00-19:00 Uhr
Die Informationsabende finden online via ZOOM statt und werden von Robert Koch (Inhaltliche Leitung) geführt.
Umfang und Dauer
Umfang und Dauer
Der Zertifikatslehrgang umfasst zwei Semester mit insgesamt 100 Unterrichtseinheiten am Therapiehof sowie Peer Group-Arbeit im Ausmaß von 42 Arbeitsstunden und Supervision in Form von 70 Arbeitsstunden (Arbeit mit Klient*innen und Pferd). Die Unterrichtseinheiten sind in vier Lehrveranstaltungen/Themenmodulen bzw. vier Blockwochenenden (Freitag bis Sonntag) aufgeteilt.
Die Lehrveranstaltungen finden hauptsächlich in Präsenz statt. Etwaige Online-Termine finden am Freitag Abend in Modul 2/3 statt. Räumlichkeiten und Hinweise werden den Teilnehmer*innen zeitnah bekannt gegeben.
Kontakt & Anmeldung
Kontakt & Anmeldung
Wissenschaftliche Leitung
Dr. Emma McNally, MSc
Fakultät für Psychotherapiewissenschaft
emma.mcnally@sfu.ac.at
Inhaltliche Leitung
Robert Koch, MSc
office@psycho-praxis.com
Kontakt für organisatorische Fragen
Nadja Sulek, MA
nadja.sulek@mail.sfu.ac.at