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Sa.
10. Okt.

SFA | Traumafachtagung: Diagnostik, Neurobiologie und klinische Praxis bei Traumafolgestörungen

Samstag, 10. Oktober 2026, 09:00 – 18:30 Termin in Kalender eintragen
Sonntag, 11. Oktober 2026, 09:00 – 13:15 Termin in Kalender eintragen

10.10.2026, 09:00 – 18:30 Uhr und 11.10.2026, 09:00 – 13:15 Uhr
Hybridveranstaltung: Sigmund Freud PrivatUniversität Wien, Freudplatz 3 und online über ZOOM
Tag 1: Vorträge (Raum A, FP3)
Tag 2: Workshops (Hörsaal 1001/1002/2003/2002/3011/2004)

Die Fachtagung findet unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ. Doz. Dr. Gerald Gatterer statt.

Window of Opportunity für PTW Bachelor-Studierende

Trauma verstehen – erkennen, einordnen und behandeln

Traumatische Erfahrungen gehören zu den belastendsten Ereignissen im Leben eines Menschen und können langfristige Auswirkungen auf psychische, körperliche und soziale Funktionen haben. Traumafolgestörungen zeigen sich dabei in vielfältigen Formen und reichen von klassischen posttraumatischen Belastungssymptomen bis hin zu komplexen, oft schwer erkennbaren Belastungsreaktionen.
Die Traumafachtagung 2026 widmet sich aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und praxisrelevanten Fragestellungen rund um Diagnostik, Neurobiologie und Behandlung von Traumafolgestörungen. Im Mittelpunkt stehen die Diagnostik nach ICD-11, neurobiologische und neurophysiologische Grundlagen von Trauma sowie die Bedeutung von Verlust, Trauer, Gewalt und emotionalem Missbrauch als traumatische Erfahrungen.

Darüber hinaus werden Themen wie subsyndromale Traumafolgen, die traumasensible Arbeit mit älteren Menschen und Menschen mit Demenz, psychoneuroimmunologische Zusammenhänge sowie die Behandlung komplexer Traumafolgestörungen behandelt. Die Vorträge vermitteln einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen in Forschung und klinischer Praxis.

In den Workshops erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihr Wissen anhand von Fallbeispielen und praxisorientierten Übungen zu vertiefen. Behandelt werden diagnostische Verfahren, evidenzbasierte traumatherapeutische Methoden wie TF-KVT, NET und EMDR, Interventionen bei Traumafolgen ohne PTBS-Diagnose, Ego-State-Arbeit bei Verlust und Trauer sowie therapeutische Ansätze im Umgang mit emotionalem Missbrauch. Ergänzend werden körperorientierte Perspektiven zu Stressregulation, Selbstregulation und Psychoneuroimmunologie vermittelt.

Die Tagung schafft einen interdisziplinären Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und bietet Fachkräften die Möglichkeit, ihre traumafachlichen Kompetenzen auf Grundlage aktueller Erkenntnisse zu erweitern.

Referent:innen

Univ. Doz. Dr. Gerald Gatterer

  • Klinischer-und Gesundheitspsychologe/Psychotherapeut (VT)
  • Leiter des Instituts für Alternsforschung SFU
  • Vortragender an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen; Publikationen zum Thema Altern und Psychotherapie

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Mag.a Barbara Fereberger

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Mag.a Dr.in Birgit Maria Harb

  • zertifizierte Ego-State-Therapeutin
  • Certified Supervisor in Ego State Therapy International
  • Referentin in der Klinischen Psychologie (AAP, BÖP, ÖAP) und Lektorin an der Kunstuniversität Graz (GRAMUTH),
  • Klinische und Gesundheitspsychologin im Rehazentrum St. Radegund der PV
  • Weiterbildungen in Schematherapie, Klinischer Hypnose, Sexualtherapie, Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Gerontopsychologie

 

 

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Brigitte Hinteregger, MA MBA

  • systemische Psychotherapeutin und DeGPT-zertifizierte Traumatherapeutin
  • arbeitet in der Tagesklinik für Traumafolgestörungen des Krankenhauses der Elisabethinen Graz sowie in freier Praxis
  • Lehrtätigkeit mit Fokus auf Trauma- und Gewaltfolgen, Gewaltdynamiken, Dissoziation und traumasensitive Behandlungsansätze
  • Psychotraumatologie und traumabezogenen Forschung
  • Aktuelle Arbeit: Rolle emotionaler Gewalt als traumatischem Stressor im Zusammenhang mit PTBS und komplexer PTBS

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Mag.a Felicitas-Maria Jakobsen

  • Klinische, Gesundheits-, Neuro- und Gerontopsychologin
  • an der Neurologie des KH der Elisabethinen Graz sowie in freier Praxis tätig
  • Vortragende und Lehrende u.a. für ÖAP und SFU Wien
  • Mitglied im Leitungsteam der Fachsektion Gerontopsychologie des BÖP
  • Schwerpunkte: Neurologie, Gerontopsychiatrie, Palliative Care und professionelle Kommunikation

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Dr.in med. Stefanie Thiele

  • Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie
  • Verhaltenstherapeutin
  • Schematherapeutin
  • Ausbilderin und Referentin mit Schwerpunkt auf Trauma, Bindung und psychischer Gesundheit
  • Oberärztin einer psychosomatischen Tagesklinik in Berlin

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Mag.a Dr.in Regina Lackner

  • Klinische Psychologin
  • Psychotherapeutin
  • Gesundheitstherapeutin

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Tagungsgebühren

Präsenzteilnahme

  • 380 € Regulärer Preis
  • 350 € Frühbucherpreis (bis 10.08.26)
  • 25% Rabatt für SFU Studierende und Alumni

Die Möglichkeit einer optionalen Online-Teilnahme ist im Preis inkludiert.

Onlineteilnahme

  • 230 € Regulärer Preis
  • 195 € Frühbucherpreis (bis 10.08.26)
  • 25% Rabatt für SFU Studierende und Alumni

Die Online-Übertragung (Zoom) betrifft ausschließlich Vorträge am 10.10.

Programm Samstag, 10.10.2026*

09:00-09:15 Uhr | Begrüßung von Univ.-Doz. Dr. Gerald Gatterer

09:15-10:00 Uhr | Diagnostik von Trauma und Traumafolgestörungen nach ICD-10/11 – Referent: Univ. Doz. Dr. Gerald Gatterer

10:00-10:45 Uhr | Neurobiologische und neurophysiologische Grundlagen von Trauma – Referentin: Dr. Stefanie Thiele

11:00-11:45 Uhr | Evidenzbasierte Traumatherapie in der klinischen Praxis Wirksamkeit, Indikation und Anwendung von NET und EMDR – Referentin: Dr. Stefanie Thiele

11:45-12:30 Uhr | Trauma ohne PTBS – klinische Realität jenseits kategorialer Diagnosen – Referentin: Mag. Dr. Regina Lackner

12:30-14:00 Uhr | Mittagessen 

14:00-14:45 Uhr | Trauma und Gewalt – Dynamiken und traumasensible Behandlung – Referentin: Brigitte Hinteregger, MA MBA

14:45-15:30 Uhr | Trauma durch emotionalen Missbrauch – Klinische Relevanz und therapeutische Implikationen– Referentin: Mag. Felicitas-Maria Jakobsen

15:30-16:15 Uhr | Trauma im Alter und bei Menschen mit Demenz – Herausforderungen und therapeutische Zugänge – Referent: Univ.-Doz. Dr. Gerald Gatterer

16:30-17:15 Uhr | Psychoneuroimmunologie und Trauma – Wechselwirkungen zwischen Stress, Gehirn und Immunsystem – Referentin: Mag. Barbara Fereberger

17:15-18:00 Uhr | Verlust und Trauma – integrative Ansätze zwischen SELAH, hypnosystemischer Trauerbegleitung und Ego-State-Therapie – Referentin: Mag. Dr. Birgit Harb

18:00-18:30 Uhr | Abschlussrunde

*Hinweis: Mittagessen sowie Versorgung mit Kaffee & Kuchen vor Ort sind inkludiert.

Programm Sonntag, 11.10.2026*

Workshops

Die sechs Workshops werden parallel angeboten und in drei Zeitslots wiederholt. Teilnehmende wählen insgesamt drei Workshops und durchlaufen diese in den jeweiligen Zeitfenstern.

09:00-10:15 Uhr | Workshop A, B, C, D, E, F – Slot 1

10:30-11:45 Uhr | Workshop A, B, C, D, E, F – Slot 2

12:00-13:15 Uhr | Workshop A, B, C, D, E, F – Slot 3

 

Workshop A: Diagnostik in der Praxis-Fallarbeit – Referent: Dr. Gerald Gatterer

Workshop B: Evidenzbasierte Traumatherapie in der klinischen Praxis Wirksamkeit, Indikation und Anwendung von TF-KVT, NET und EMDR – Referntin: Dr. Stefanie Thiele

Workshop C: Trauma und Gewalt in der Praxis – Gewaltdynamiken erkennen, verstehen und traumasensitiv handeln – Referentin: Brigitte Hinteregger, MA MBA

Workshop D: Verlustbewältigung mit Ego-State-Therapie – Arbeit mit inneren Anteilen bei Trauer und Trauma – Referentin:  Mag. Dr. Birgit Harb 

Workshop E: Emotionaler Missbrauch als Trauma – therapeutische Arbeit mit Scham, Selbstwert und Beziehung – Referentin: Mag. Felicitas-Maria Jakobsen

Workshop F: Psychoneuroimmunologie und Trauma praktisch – Stress, Körper und Selbstregulation – Referentin: Mag. Barbara Fereberger

*Hinweis:  Versorgung mit Kaffee & Kuchen vor Ort ist inkludiert

 

 

Abstracts Vorträge

Psychoneuroimmunologie und Trauma – Wechselwirkungen zwischen Stress, Gehirn und Immunsystem
Mag.a Barbara Fereberger
Unser Körperkompass, auch Kern- Affekt genannt, bildet die Grundlage dafür, wie wir unsere Umwelt und uns selbst wahrnehmen: Ob wir uns sicher und verbunden fühlen oder aber das Gefühl haben ständig in Gefahr zu sein oder uns ängstlich zurückziehen, hängt davon ab was uns dieses System zurückmeldet. Dem entsprechend nehmen wir die Welt wahr. Es prägt unser Sicherheits- aber auch unser Immunsystem. Trauma, Körper und Immunsystem sind in ständiger Wechselwirkung.

Diagnostik von Trauma und Traumafolgestörungen nach ICD-11
Univ. Doz. Dr. Gerald Gatterer
Die Diagnostik von Traumafolgestörungen erfordert ein spezifisches Vorgehen. Dieses beinhaltet eine ausführliche Anamnese, den Einsatz von Fragebögen und das Einhalten der Diagnosekriterien. Im Vortrag wird dies anhand von Beispielen praktisch mit den Teilnehmer:innen erarbeitet

Traumasensible Arbeit im Alter und bei Demenz
Univ. Doz. Dr. Gerald Gatterer
Altern stellt eine schwierige Lebensphase dar, wo viele Veränderungen bewältigt werden müssen. Hier können auch traumatisierende Faktoren aus dem gesamten Leben eine wichtige oft negative Rolle spielen. Im Vortrag werden diese Faktoren besprochen und deren Bearbeitung diskutiert.

Verlust und Trauma – Einführung in die Ego-State-Therapie
Mag.a Dr.in Birgit Maria Harb
Die Ego-State-Therapie wurde von Helen und John Watkins erprobt, erforscht und gelehrt, einer deren Schüler war Woltemade Hartman. Er hat diesen psychotherapeutischen Ansatz mittels psychosomatischer Konzepte weiterentwickelt. Das konzeptuelle Kernstück der Ego-State-Therapie ist die interpersonelle neurobiologische Theorie von St. Porges und P. Levine. Das Ziel der Ego-State-Therapie ist die Aktivierung und Integration der Ego-States. Kurze Einführung in neurophysiologische Grundlagen (Polyvagal-Theorie nach. St. Proges, Leitermodell nach D. Dana, Lebensflussmodell nach W. Hartman) und Impacttechniken zur Vermittlung von psychoedukativen Elementen, Besprechung der Phasen und Behandlungsansätze des SARIA-Behandlungsmodells: Stabilisierung, Aktivierung der Ego-States, Rehabilitation bei Verlust und Trauma.

Trauma und Gewalt – Dynamiken und traumasensitiven Behandlung
Brigitte Hinteregger, MA MBA
Gewalterfahrungen gehören zu den bedeutendsten Risikofaktoren für die Entwicklung komplexer Traumafolgen. Sie können die Emotionsregulation, das Selbstbild und die Gestaltung von Beziehungen nachhaltig beeinflussen und sich auf vielfältige Weise im therapeutischen und psychosozialen Kontext zeigen. Der Vortrag vermittelt ein differenziertes Verständnis verschiedener Gewaltformen und der Dynamiken, durch die Gewalt entsteht, aufrechterhalten und verarbeitet wird. Dabei werden Zusammenhänge zwischen Gewalterfahrungen, komplexen Traumafolgen, Dissoziation sowie Scham- und Schuldprozessen beleuchtet. Ein besonderes Augenmerk gilt Faktoren, die dazu beitragen, dass Betroffene in gewaltgeprägten Beziehungen und Systemen verbleiben oder Gewaltfolgen lange verborgen bleiben. Aufbauend auf Erkenntnissen der Psychotraumatologie werden zentrale Prinzipien einer traumasensitiven Behandlung vorgestellt. Anhand klinischer Erfahrungen und aktueller Entwicklungen in Forschung und Praxis werden Möglichkeiten aufgezeigt, Gewalt- und Traumadynamiken besser zu verstehen und Betroffene wirksam zu unterstützen.

Trauma durch emotionalen Missbrauch – Klinische Relevanz und therapeutische Implikationen
Mag.a Felicitas-Maria Jakobsen
Emotionaler Missbrauch stellt eine häufig unterschätzte Form von Traumatisierung dar, die tiefgreifende Auswirkungen auf Selbstwert, Emotionsregulation und zwischenmenschliche Beziehungen haben kann. Anders als körperliche Gewalt hinterlässt emotionaler Missbrauch häufig keine sichtbaren Spuren und wird daher sowohl von Betroffenen als auch von Fachpersonen oftmals spät erkannt. Klinisch zeigen sich häufig Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung, Depression, Angststörung oder komplexen Traumafolgestörung. Charakteristisch sind chronische Scham, Selbstabwertung, Bindungsunsicherheit sowie Schwierigkeiten in der Affektregulation. Der Vortrag beleuchtet Erscheinungsformen emotionalen Missbrauchs, diagnostische Herausforderungen und aktuelle Erkenntnisse zu dessen Einordnung als traumatische Erfahrung. Darüber hinaus werden therapeutische Implikationen sowie Ansätze einer traumasensiblen Beziehungsgestaltung und Ressourcenarbeit vorgestellt.

Neurobiologie und Neurophysiologie Grundlagen von Trauma
Dr.in med. Stefanie Thiele
Traumatische Erfahrungen können tiefgreifende Auswirkungen auf die Verarbeitung von Emotionen, Erinnerungen und Stress haben. Ein Verständnis der zugrunde liegenden neurobiologischen und neurophysiologischen Prozesse bildet eine wichtige Grundlage für Diagnostik und Behandlung traumabedingter Störungen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Funktion zentraler Hirnstrukturen und Stresssysteme, die an der Traumaverarbeitung beteiligt sind. Dabei werden unter anderem die Rolle von Amygdala, Hippocampus und präfrontalem Cortex sowie Veränderungen im autonomen Nervensystem beleuchtet. Darüber hinaus wird erläutert, wie traumatische Erfahrungen Wahrnehmung, Emotionsregulation, Gedächtnis und Beziehungserleben beeinflussen können. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse werden praxisnah dargestellt und in ihren klinischen Kontext eingeordnet.

Evidenzbasierte Traumatherapie in der klinischen Praxis Wirksamkeit, Indikation und Anwendung von NET , KVT und EMDR
Dr.in med. Stefanie Thiele
In den vergangenen Jahren wurden verschiedene traumatherapeutische Verfahren wissenschaftlich untersucht und in nationale sowie internationale Leitlinien aufgenommen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Evidenzlage traumafokussierter Verfahren und beleuchtet deren Einsatz in der klinischen Praxis. Im Mittelpunkt stehen Narrative Expositionstherapie (NET), traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR). Neben Wirkmechanismen und Wirksamkeit werden Indikationen, Kontraindikationen sowie praktische Aspekte der Anwendung diskutiert. Ziel ist es, einen orientierenden Überblick über aktuelle traumatherapeutische Behandlungsmöglichkeiten zu vermitteln und deren Einordnung in unterschiedliche klinische Kontexte zu erleichtern.

 

 

 

Abstracts Workshops

Psychoneuroimmunologie und Trauma praktisch – Stress, Körper und Selbstregulation
Mag.a Barbara Fereberger
Unser Körperkompass, auch Kern-Affekt genannt, bildet die Grundlage dafür, wie wir unsere Umwelt und uns selbst wahrnehmen: Ob wir uns sicher und verbunden fühlen oder aber das Gefühl haben ständig in Gefahr zu sein oder uns ängstlich zurückziehen, hängt davon ab was uns dieses System zurückmeldet. Dementsprechend nehmen wir die Welt wahr. Es prägt unser Sicherheits- aber auch unser Immunsystem. Trauma, Körper und Immunsystem sind in ständiger Wechselwirkung. Die Auswirkungen dieser Prozesse auf Körper, Immunsystem und Psyche, sowie die Integration von körperorientierten Interventionen in die Psychologische Behandlung und Psychotherapie sind Inhalt dieses Workshops.

Diagnostik in der Praxis – Fallarbeit
Univ. Doz. Dr. Gerald Gatterer
In diesme Workshop wird die Diagnosestellung und die Abgrenzung von anderen Diagnosen anhand von praktischen Beispielen erarbeitet. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Durchführung einer Anamnese, eines psychopathologischen Status und des Einsatzes von ergänzenden Testverfahren. Ebenso die Abgrenzung von anderen Störungsbildern.

Verlust und Trauma – Einführung in die Ego-State-Therapie
Mag.a Dr. Birgit Harb
Die Ego-State-Therapie wurde von Helen und John Watkins erprobt, erforscht und gelehrt, einer deren Schüler war Woltemade Hartman. Er hat diesen psychotherapeutischen Ansatz mittels psychosomatischer Konzepte weiterentwickelt. Das konzeptuelle Kernstück der Ego-State-Therapie ist die interpersonelle neurobiologische Theorie von St. Porges und P. Levine. Das Ziel der Ego-State-Therapie ist die Aktivierung und Integration der Ego-States.
Im Workshop werden praxisnah – unterstützt durch Live-Demonstration und Übungen – die Ego-States mittels (nicht)hypnotherapeutischer Techniken aktiviert, vertikal befragt und gestärkt. Kurze Einführung in neurophysiologische Grundlagen (Polyvagal-Theorie nach. St. Proges, Leitermodell nach D. Dana, Lebensflussmodell nach W. Hartman) und Impacttechniken zur Vermittlung von psychoedukativen Elementen, Besprechung der Phasen und Behandlungsansätze des SARIA-Behandlungsmodells: Stabilisierung, Aktivierung der Ego-States, Rehabilitation bei Verlust und Trauma.

Trauma und Gewalt in der Praxis – Gewaltdynamiken erkennen, verstehen und traumasensitiv handeln
Brigitte Hinteregger, MA MBA
Gewaltdynamiken und ihre Folgen zeigen sich im professionellen Alltag häufig indirekt und werden nicht immer unmittelbar erkannt. Gefühle von Scham, Loyalität, Selbstabwertung, Ambivalenz oder Dissoziation können dazu beitragen, dass Gewalterfahrungen verborgen bleiben oder missverstanden werden. Aufbauend auf den Inhalten des Vortrags werden im Workshop unterschiedliche Fallbeispiele aus psychotherapeutischen und psychosozialen Kontexten bearbeitet. Gemeinsam werden Gewaltformen, Gewaltdynamiken und mögliche Trauma- und Gewaltfolgen analysiert sowie deren Bedeutung für Diagnostik, Fallverständnis und Behandlungsplanung diskutiert. Besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie Fachpersonen traumasensitiv reagieren können, ohne bestehende Dynamiken unbeabsichtigt zu verstärken. Die Teilnehmenden erhalten praxisnahe Werkzeuge zur Einschätzung von Gewaltdynamiken, zur Reflexion eigener professioneller Reaktionen und zur Entwicklung hilfreicher Interventionen für den beruflichen Alltag.

Emotionaler Missbrauch als Trauma – therapeutische Arbeit mit Scham, Selbstwert und Beziehung
Mag.a Felicitas-Maria Jakobsen
Emotionale Gewalt und emotionaler Missbrauch zählen zu den am häufigsten übersehenen Formen traumatischer Erfahrungen. Betroffene leiden oftmals unter chronischer Scham, Selbstzweifeln, Schwierigkeiten in Beziehungen sowie einer tiefgreifenden Beeinträchtigung ihres Selbstwertgefühls. Die therapeutische Arbeit stellt Fachpersonen vor besondere Herausforderungen, da die Verletzungen häufig subtil, langanhaltend und eng mit Bindungs- und Beziehungserfahrungen verknüpft sind. Im Workshop werden typische Dynamiken emotionalen Missbrauchs sowie deren Auswirkungen auf die psychische Entwicklung vermittelt. Anhand von Fallbeispielen und praxisnahen Übungen werden traumasensible Interventionen zur Stabilisierung, Ressourcenaktivierung und Bearbeitung von Scham- und Selbstwertthemen erarbeitet. Besonderes Augenmerk liegt auf der therapeutischen Beziehungsgestaltung und der Förderung von Selbstmitgefühl und Selbstwirksamkeit.

Evidenzbasierte Traumatherapie in der klinischen Praxis Wirksamkeit, Indikation und Anwendung von NET , KVT und EMDR
Dr.in med. Stefanie Thiele
Evidenzbasierte traumatherapeutische Verfahren stellen heute einen zentralen Bestandteil der Behandlung traumabedingter Störungen dar. Der Workshop bietet einen praxisnahen Überblick über die Narrative Expositionstherapie (NET) und Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR). Im Fokus stehen die klinische Einordnung der Verfahren, ihre Wirkprinzipien sowie die Auswahl geeigneter Behandlungsstrategien in unterschiedlichen therapeutischen Kontexten. Anhand von Fallbeispielen werden typische Fragestellungen aus der Praxis diskutiert. Darüber hinaus werden Chancen, Grenzen und Voraussetzungen traumafokussierter Interventionen reflektiert.

 

 

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