Termin

17.10.2024 19:00 Freudplatz 1, 1020 Wien

Lehrveranstaltungstyp

Seminar

Umfang

2 Unterrichtseinheiten

Kosten

Eintritt frei!

Abschluss

Für Studierende der PTW ist die Teilnahme als Teil des „Window of Opportunity“ anrechenbar. Es gibt keine TN-Bestätigungen für diesen Vortrag!

Sprache

Deutsch

Information

Die Vorträge finden immer donnerstags um 19 Uhr an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien statt, der Eintritt ist frei. Die jeweilige Raumnummer entnehmen Sie bitte den Bildschirmen vor Ort am Freudplatz 1, 1020 Wien. 
Bei Rückfragen kontaktieren Sie bitte Frau Nathalie McGuire unter nathalie.mcguire@sfu.ac.at
 

Anmeldung

Inhalt

Was sehen wir, wenn wir psychische Störungen nicht als Resultat einer individuellen Lebensgeschichte, sondern als Ausdruck sozialer Umstände begreifen? Depressive Merkmale informieren nicht nur über gewisse ‚Mängel‘, sondern geben auch Auskunft darüber, wie ein Individuum heutzutage sein „sollte“: nicht passiv und ohnmächtig, sondern aktiv und selbstwirksam; nicht zweifelnd und zurückgezogen, sondern effizient und offen, statt melancholisch lebensfreudig. 
 
Als Psychotherapeut*innen wollen wir helfen, aber woher wissen wird, wobei wir helfen? Unterstützen wir Menschen glücklicher, freier und verantwortungsvoller zu leben oder tragen wir dazu bei, dass sie wieder funktionsfähig sind und sich gesellschaftlichen Erwartungen anpassen? Eine Gesellschaft, die Glück und Selbstverwirklichung zu ihren Idealen bestimmt, erzeugt Leiden bei Menschen, die diese Normen nicht entsprechen können. Ausgehend von der Charakterisierung des Erscheinungsbilds von Depression, das im Kontext gesellschaftlichen Normen besprochen werden soll, werden unterschiedliche Möglichkeiten der Gesellschaftskritik für Psychotherapeut*innen formuliert.

Zielgruppe

PTW Studierende, Psychologie Studierende, alle die an der Psychoanalyse interessiert sind, Alumnis, Lehrende

Referent*in

Chiara Dankl, MA BA

Chiara Dankl, MA BA  (1994) wuchs in Salzburg (Österreich) und in Tucson, Arizona (USA) auf und studierte Philosophie, Ethik und Politikwissenschaft. Sie ist an der philosophischen Fakultät der Uni Wien angestellt und forscht in ihrem Doktorat zum Thema gesellschaftliche Normativität und psychische Störungen.
 
Für ihre Forschungsarbeit zu Depression und Gesellschaft erhielt sie den Würdigungspreis des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung 2021. Ihre psychotherapeutische Ausbildung machte sie 2018-2023 an der SFU Wien im Fach Integrative Gestalttherapie und arbeitet seit 2022 in Ausbildung unter Supervision. Sie engagiert sich nebenbei bei diversen Kunstprojekten und Vereinen, genießt Sport und Bewegung in der Natur.
 
Forschungsschwerpunkte: Philosophien des 19. und 20. Jahrhunderts, Gesellschaftskritik, Philosophie von psychischen Störungen, Depression, Autismus, philosophische Praxis.
 
Therapeutische Arbeitsschwerpunkte: Arbeit mit einem breiten Spektrum an Klient*innen, mit methodischen Schwerpunkten auf Körper- und Phantasiearbeit, Aufstellungen und Reflexion. Ein besonderer Zielgruppen-Schwerpunkt ist für Menschen mit einer kritischen oder skeptischen Haltung zu Psychotherapie.

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