Der assistierte Suizid
Termin
11.12.2026 14:00 - 19:15 Freudplatz 3, 1020 Wien
12.12.2026 09:00 - 17:45 Freudplatz 3, 1020 Wien
Lehrveranstaltungstyp
Seminar
Umfang
15 Unterrichtseinheiten, 15 DFP Punkte
Kosten
€ 450,-
Abschluss
Teilnahmebestätigung
Window of Opportunity für PTW Studierende
Sprache
Deutsch
Anmeldung
Anmeldeschluss
10.12.2026 10:00
Inhalt
Trotz schwerer und unheilbarer Erkrankungen wollen Menschen ein würdiges Lebensende erfahren.Palliative Care bietet spezielle Herangehensweisen in der Arbeit mit schwer kranken und sterbenden Menschen, um das Leben bis zuletzt lebenswert zu machen. Dies erfordert nicht nur eine Auseinandersetzung mit den Themen Tod und Sterben, sondern mit der ganzheitlichen Behandlung von Schmerzen sowie Linderung von seelischen, sozialen und spirituellen Problemen.
Dieses Seminar thematisiert den assistierten Suizid in der Palliativmedizin.
Seminarbeschreibung
Psychische Störungen gehören zu den weltweit häufigsten Erkrankungen. Doch trotz aller Fortschritte sind Heilung oder Symptomfreiheit oft nicht zu erreichen. In vielen Fällen stellt sich daher Suizid als einzigen plausiblen Ausweg dar.
Der Diskurs über assistierten Suizid führte in den letzten Jahren auch zu rechtlichen Veränderungen. Einen Meilenstein dieser Entwicklung stellt die rezente Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes dar. Jene Entscheidung sowie die Umsetzung durch den Gesetzgeber stellen die zentralen Schwerpunkte der Einheiten dar.
In dieser Lehrveranstaltung sollen Aspekte aus dem Blickwinkel der Patientenanwaltschaft behandelt werden.
Die Möglichkeit divergierender moralischer Auffassungen zur Beurteilung von Selbsttötungen und deren Beihilfe sollen dargestellt, evaluiert und verinnerlicht werden.
Inhaltliche Schwerpunkte
- Der Wunsch nach Suizidbeihilfe in der Psychiatrie
- Rechtliche Aspekte der Suizidbeihilfe
- Palliativmedizin und Suizidbeihilfe
- Ethische Aspekte der Suizidbeihilfe
- Assistierter Suizid aus Sicht der Patientenanwaltschaft
Ziele
- Die Teilnehmenden entwickeln ein Verständnis über die Lebensperspektiven und Probleme psychiatrischer Patient*innen.
- Sie wissen über die Grenzen der Behandlung psychisch kranker Menschen sowie Perspektiven der Forschung und Behandlung Bescheid.
- Die Teilnehmenden können die Überlegungen des Gesetzgebers und die Regelungen zur Beihilfe zum Suizid erfassen.
- Dabei erlangen die Teilnehmenden – neben einem Verständnis der aktuellen nationalen Gegebenheiten – auch einen Blick in die historische Entwicklung der Thematik sowie Kenntnis von Ansätzen aus dem Ausland.
- Sie können die Alternativmöglichkeiten zum Assistierten Suizid benennen.
- Sie sind in der Lage, ethische Reflexionen und Entscheidungsfindungen vorzunehmen.
- Die Teilnehmenden erlangen eine Einführung in die Welt der „philosophisch begründeten“ Medizin.
- Sie können die praktischen Anforderungen und Problembereiche bei der Umsetzung von Sterbeverfügungen erklären.
Methodik
Falldarstellungen, interaktive Diskussionen, Vortrag, Video, Kleingruppenarbeit
Zielgruppe
Die Einladung richtet sich an Personen aus unterschiedlichen Berufsgruppen, die in der Behandlung und Begleitung von Menschen mit schweren Erkrankungen beteiligt sind:
- Mediziner*innen
- Pflegewissenschaftler*innen
- Psycholog*innen / Psychotherapeut*innen
- Therapeut*innen (Logopädie, Physiotherapie, etc.)
- Sozialarbeiter*innen, Sozialwissenschaftler*innen
- Seelsorger*innen / Theolog*innen
- Dozierende in Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen
Referent*in
Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, MSc
- Facharzt für Anästhesiologie und allgemeine Intensivmedizin, Spezialisierung auf den Gebieten der Schmerztherapie und Palliativmedizin
- Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee
- Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am LKH Wolfsberg
- Lehrstuhl für Palliativmedizin an der SFU Wien
- Gerichtssachverständiger für Anästhesiologie, allgemeine Intensivmedizin und Palliativmedizin
- Präsident der Österr. Palliativgesellschaft (OPG)
- Past Präsident ÖGARI
- Generalsekretär Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG)
Univ.-Prof. DDr. Ferdinand Rudolf Waldenberger
- Universitätsprofessor
- Herzchirurg
- Krankenhausmanager
- Leitender Arzt Arbeiter-Samariterbund Wien
Dr. med. univ. Wolfgang Gombas
- Psychiater und Arzt für Psychotherapeutische Medizin
- Systemischer Psychotherapeut
Mag.a Klara Doppler
- Wissenschaftliche Mitarbeiterin
- Ludwig Boltzmann Institute for Digital Rights and Patient Safety
Dr.in Helga Willinger
- Juristin, Wiener Patientenanwaltschaft