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Psychoanalyse im Diskurs: Psychoanalytische Verantwortung im öffentlichen Raum anhand eines architektonischen Beispiels

Termin

21.05.2026 19:00 - 20:30 SFU, 1020 Wien

Lehrveranstaltungstyp

Seminar

Kosten

kostenlose Veranstaltung
free event

Abschluss

Window of Opportunity für PTW Studierende

Sprache

Deutsch

Anmeldung
Anmeldeschluss

21.05.2026 13:00

Inhalt

Als Psychoanalytiker:innen sind wir aufgefordert, gesellschaftliche Phänomene nicht nur zu beobachten, sondern auch kritisch zu hinterfragen und auf Missstände aufmerksam zu machen. Dies betrifft auch die Tendenz, Künstler:innen zu idealisieren, selbst dann, wenn ihr Leben und Handeln von Grenzverletzungen oder gar Missbrauch geprägt ist. Die psychoanalytische Perspektive erlaubt es die innere Spaltung, die uns zum Schweigen bringt, zu beleuchten. Diese entsteht, wenn Bewunderung und Verdrängung nebeneinander bestehen. Ich sehe es als meine berufliche und ethische Verantwortung, zur Reflexion über diese Ambivalenzen anzuregen und die Opfer in den Mittelpunkt des Nachdenkens zu stellen. Dieser Prozess mag innerpsychisch herausfordernd sein, doch gerade darin liegt eine wichtige Aufgabe psychoanalytischen Denkens und Handelns. 
Anhand des Beispiels eines Wohnhaus von Architekt Loos, der ein begnadeter Architekt und Visionär und gleichzeitig ein verurteilter Pädophiler war, zeige ich einen möglichen Umgang mit dieser Herausforderung auf. Hier hat eine künstlerische Kontextualisierung geholfen, die Spaltung aufzulösen und es wurde dem gesellschaftlichen und kollektiven Schweigen ein sichtbarer Kontrapunkt gesetzt. Ich möchte einen Beitrag dazu leisten, einerseits als Gesellschaft den Tätern zu erschweren, in der Dunkelheit des sprachlosen Raums zu agieren und andererseits den Millionen von missbrauchten Kindern eine Stimme geben.

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