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Traumafolgen – von Schuldgefühlen bis zur Selbstschädigung

Termin

29.01.2026 17:30 - 20:30 online über ZOOM

Lehrveranstaltungstyp

Seminar

Umfang

4 Unterrichtseinheiten, 1041748 DFP Punkte

Kosten

€ 89,-
€ 45,- für Studierende
nur mit Mat.Nr email Adresse!

Abschluss

Teilnahmebestätigung
Window of Opportunity für PTW Studierende

Sprache

Deutsch

Anmeldung
Anmeldeschluss

29.01.2026 13:00

Inhalt

Der dissoziierte Körper wird zum Opfer, ist aber auch ein übergangsartiges Begleitobjekt. Die durch den Schmerz spürbare Körper-Grenze ersetzt die bedrohte Ich-Grenze. Das Trauma wird zum Introjekt, das wie ein malignes Über-Ich Schuldgefühle macht. Die Schuld des Täters wird zum Schuldgefühl des Opfers.
#Körper-Dissoziation, #KörperAlsObjekt, #TäterOpferUmkehr, #Introjektion, #Traumafolgen, #Schuldgefühle, #Selbstschädigung

Die Objektverwendung des eigenen Körpers hat als  Voraussetzung seine Abspaltung vom Gesamt-Selbst. So wird ein Traumaopfer zum Täter am eigenen Körper. Andererseits kann er wie ein tröstendes Mutter-Objekt, ein Übergangsobjekt wirken, aus eigener Kraft hergestellt. Er wird phantasmatisch krank (Hypochondrie) oder zu einer idealisierten Mutter-Imago gemacht (Anorexie). Alle Formen enthalten einen Selbstheilungsversuch durch Opfern eines (Körper-) Teils, um das Ganze (das Selbst) zu retten.
 
Schuld­gefühle werden differenziert als 1. Basisschuldgefühl, d.h. eines aufgrund der bloßen Existenz des unwillkommenen Kindes, 2. Schuldgefühl aus Vitalität, d.h. aufgrund von expansiven Bestrebungen, von Begehren, Erfolg haben Wollen. 3. Trennungsschuldgefühl: Autonomiebestrebungen des Kindes stellen für die Pflegepersonen eine Bedrohung dar, 4. Traumatisches Schuldgefühl: Durch das Aufnehmen der Gewalt­erfahrung ent­steht ein Fremdkörper, der wie ein feindlich ver­folgendes Über-Ich Schuldgefühle verursacht. Die Schuld des Täters wird zum Schuldgefühl des Opfers. Die Therapie sollte irrationales Schulgefühl sorgfältig von realer Schuld, auch wenn sie durch die Identi­fikation des Opfers mit dem Täter entstanden ist, unterscheiden.

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Trauma und Körperdissoziation
  • Der Körper als Aggressionsobjekt (Täter-Opfer-Umkehr)
  • Der Körper als Begleiter
  • Der Körper als Ich-Grenzenersatz
  • Introjektion der Gewalt
  • Identifikation mit dem Aggressor
  • Wiederholungszwang
  • Dialektik von Schuldgefühl und Schuld

Methodik

Vortrag mit anschließender Diskussion

Zielgruppe

Mediziner*innen, Personen aus dem Gesundheitswesen, Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, psychologische Berater*innen, Interessierte

Referent*in

Dr.med Mathias Hirsch

Facharzt für Psychiatrie und für psychotherapeutische Medizin,  Psychoanalytiker, Gruppenanalytiker
Nach Ende der psychoanalytischer Praxis Supervisionstätigkeit.
Veröffentlichungen: Sexueller Missbrauch in der Familie, psychoanalytische Traumatologie, Schuld und Schuldgefühl, Machtmissbrauch in Psychoanalyse und Psychotherapie, Psychoanalyse des Körpers, kulturpsychologische Themen, Psychoanalyse und Film.

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