Lehrgang: Responsible Gambling – Glücksspiel mit Verantwortung

Umfang
160 Unterrichtseinheiten 0bzw. ECTS Punkte
Blockveranstaltungen jeweils freitags und samstags ((mit beruflicher Tätigkeit vereinbar)

Akademische Feier zur Verleihung der Zertifikate am Lehrgangsende

Kosten
€ 3400.-
Abschluss
Nach positiver Beurteilung einer Abschlussarbeit und einer Abschlussprüfung wird das Zertifikat „Excellence in Responsible Gambling“ der Sigmund Freud Privatuniversität verliehen.

Der Universitätslehrgang ist von der Vereinigung Österreichischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (VÖPP) als Fortbildung zertifiziert und mit 160 Einheiten anrechenbar.

Um Fortbildungspunkte beim Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) und beim Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) wird angesucht.

Anmeldung
Bei Interesse am Lehrgang freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme:
weiterbildung@sfu.ac.at

Der 2-semestrige Universitätslehrgang ›Responsible Gambling – Glücksspiel mit Verantwortung‹ an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien gibt einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Gesichtspunkte von Spielsucht, Spielerschutz, Prävention und ‚Responsible Gambling‘-Strategien, sowie in rechtliche und finanztechnische, spieltechnische und produktspezifische Aspekte.

Inhaltliche Schwerpunkte

Der Lehrgang gibt einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Gesichtspunkte von Spielsucht, Spielerschutz, Prävention und ‚Responsible Gambling‘-Strategien, sowie in rechtliche und finanztechnische, spieltechnische und produktspezifische Aspekte.

Ziele

Erwerb einer fundierten, zertifizierten Ausbildung zu Aspekten des Glücksspiels und Responsible Gambling. Inhaltlich wird psychologischen, therapeutischen, rechtlichen, finanztechnischen, spieltechnischen und produktspezifischen Aspekten Rechnung getragen; sowie den vom Gesetzgeber geforderten proaktiven SpielerInnenschutzmaßnahmen.

Zielgruppe

  • MitarbeiterInnen der Glücksspielbranche, die gemäß Glücksspielgesetz (§5, §25 GSpG) in Hinblick auf SpielerInnenschutz zu schulen sind
  • MitarbeiterInnen der Landes- bzw. Bundesverwaltungen
  • Personen, die im psychosozialen/therapeutischen Bereich tätig sind (PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen, SchuldnerberaterInnen u.ä.)

Details

Modul A | Spielsucht, Prävention und ‚Responsible Gambling‘ – Strategien

Inhalt

BLOCK 1: Pathologisches Glücksspielen und Suchtverhalten

  • Allgemeine Aspekte zu Suchtentwicklung und nicht-substanz-gebundenen Süchten
  • Prävalenzschätzungen und Phänomenologie
  • Vulnerabilität, Komorbidität und Hirnforschung
  • Spielertypen und Spielmotivationen
  • Formen des Glücksspiels und deren Gefährdungspotenzial
  • Aspekte der Online-Glücksspielsucht
  • Glücksspiel bei Kindern und Jugendlichen
  • Glücksspielsucht und Beschaffungskriminalität
  • Strategien und Maßnahmen zur Früherkennung von problematischem Verhalten
  • Therapeutische Maßnahmen und Behandlungsansätze
  • Beratungs- und Therapieinhalte von Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe
  • SpielerInnenschutzeinrichtungen

BLOCK 2: Nationale und internationale Strategien zu Responsible Gambling

  • Gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung des Glücksspiels
  • Philosophische, ethische und anthropologische Aspekte
  • Wissenschaftliche und empirische Erkenntnisse aus der Präventionsforschung
  • Wirksamkeit präventiver Maßnahmen
  • Ziele und Strategien moderner Suchtprävention
  • Game Studies bzw. review internationaler aktueller Studien 4
  • Aktuelle Ansätze zu Responsible Gambling und SpielerInnenschutz
  • Früherkennung von Problemspielern
  • Möglichkeiten, Aufgaben und Grenzen der Politik
  • Existenzsicherungsberatung für pathologische GlücksspielerInnen
  • Finanzielle Stabilisierung und Schuldenregulierung

Modul B | Rechtliche und finanztechnische Aspekte

Inhalt

BLOCK 3: Rechtliche Aspekte

  • Europarechtliche- und Verfassungsrechtliche Grundsatzfragen
  • EU-Recht und Monopol
  • Aktuell anhängige Rechtsverfahren (EU)
  • Nationale Rechtslage, Novellierungen, Haftungen
  • Zielvorstellungen des nationalen Gesetzgebers
  • Stand der Ländergesetzgebung
  • Legales vs. illegales Glücksspiel im Rechtsdiskurs
  • Diskussion der laufenden Strafverfahren
  • Rechtsmaterien zu den einzelnen Glücksspielarten (Glücksspielmonopol)
  • Definitionen des Glücksspieles, Abgrenzungen zur (Sport-) Wette, Poker
  • Verfahrensrechtliche Aspekte
  • Glücksspiel und Strafrecht, Kriminalität, Strafbarkeit, Schuld
  • Glücksspielabhängigkeit und (partielle) Geschäftsunfähigkeit
  • Spielerschutzbezogene Regelungen der Glücksspielnovelle 2010
  • Weitere rechtliche Entwicklungen

BLOCK 4: Finanztechnische Aspekte

  • Abgabenrechtliche Bestimmungen
  • Aufzeichnungspflichten
  • Automatenverordnung, Anbindung an das Bundesrechenzentrum
  • Pflichten der Produzenten, Betreiber, Vermittler
  • Prüfbehörden
  • Bemessungsgrundlagen für Abgaben
  • Volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse des Glücksspiels
  • Finanzstrafrechtliche Sanktionen
  • Zweckbindung der Abgaben
  • Regulierungsoptionen und deren Konsequenzen für den Spielerschutz und die Staatseinnahmen
  • Marketing der Spielbanken

Modul C | Spieltechnische und produktspezifische Aspekte

Inhalt

BLOCK 5: Spieltechnische und produktspezifische Maßnahmen zu Responsible Gambling und Normeinhaltung

  • Wirtschaftliche Bedeutung des Glücksspielsektors
  • Analyse des Marktes spezifischer Arten von Glücksspiel
  • Technische Maßnahmen zum SpielerInnenschutz
  • Mess- und Beurteilungsinstrumente zur Bewertung des Gefährdungspotentials von Glücksspielprodukten 5
  • Effekte von produktspezifischen Präventionsmaßnahmen
  • Analyse des Glücksspielkonsums und neue Trends
  • Wirtschaftliche Attraktivität und Ausschüttungsquoten verschiedener Formen des Glücksspiels
  • Ist-Stand-Erhebung der Betreiber und der verwendeten Geräte
  • Auswirkungen von Werbung und Spieleigenschaften auf das Suchtgefährdungspotential
  • Bedeutung des räumlichen Gleichgewichts bei Glücksspielautomaten

BLOCK 6: Technische Weiterentwicklungen und neueste Forschungsansätze

  • High-Tech hinter den ‚einfachen‘ Automaten
  • Wirkung der Ausstattung des Gerätes auf SpielerInnen
  • Technische/mathematische Glücksspielregeln
  • Forschung und Entwicklung in der Glücksspielindustrie
  • Wettbewerbsstrategien und Bedeutung der Neuen Medien
  • Aktuelle Forschungsansätze für einen proaktiven SpielerInnenschutz
  • Möglichkeiten zur Reduktion des illegalen Glücksspiels
  • Online-Beratungsprogramme für SpielerInnen
  • Möglichkeiten der (technischen) Kontrolle für Behörden
  • Zukunftsvisionen der Glücksspielindustrie
  • Präsentationen von marktführenden Unternehmen

Vortragende

Vortragende bei vergangenen Lehrgängen

Dr. Michael Auer | neccton
Prof. Dr. Tillman Becker | Universität Hohenheim, Forschungsstelle Glücksspiel
Prof. Dr. Jörg Häfeli Stäger | Institut Sozialmanagement und Sozialpolitik, Hochschule Luzern
Dr. Izabela Horodecki | Spielsuchthilfe Wien
Dr. Jens Kalke | Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD), Hamburg
Dr. Doris Kohl | Richterin des Bundesverwaltungsgerichts
Christoph Lagemann | Österreichische ARGE Suchtvorbeugung
MLS Wilfried Lehner | Leiter Finanzpolizei Österreich
Mag. Dr. Doris Malischnig | Klinische-, Gesundheits- und Organisationspsychologin
Prof. Dr. Gerhard Meyer | Universität Bremen, Institut für Psychologie und Kognitionsforschung
MR Kurt Parzer | Bundesministerium für Finanzen
Anne Pattberg | PB Consulting GmbH
Dr. Martin Poltrum | Anton Proksch-Institut, Wien
Mag. Dr. Alexandra Puhm MSc | Kompetenzzentrum Sucht, Gesundheit Österreich GmbH
Pieter Remmers | Assissa Consultancy Europe, European Association for the Study of Gambling
Mag. Alice Schogger | Leiterin Stabsstelle Spielerschutz im BMF
Prim. Prof. Dr. Herwig Scholz | Spielsuchtambulanz de La Tour
Prof. Dr. Klaus Schwaighofer | Institut für Strafrecht, Leopold-Franzens-Universität, Innsbruck
Prof. Dr. Gerhard Strejcek | Zentrum für Glücksspielforschung, Universität Wien
Mag. Gustav Trefil | Bundesministerium für Finanzen
PD DDr. Human-Friedrich Unterrainer | Zentrum für Integrative Suchtforschung im Verein Grüner Kreis
Dr. Klaus Christian Vögl | Wirtschaftskammer Wien
Monika Widauer-Scherf | Psychotherapeutin, Supervisorin, Lehrbeauftragte im Bereich systemischer und hypnosystemischerBeratung und Psychotherapie
Lucien Wijsman | The Slot Academy, Niederlande
Dr. Klaus Wölfling | Ambulanz für Spielsucht, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Dr. Dominik Batthyány | Institut für Verhaltenssüchte, Sigmund Freud PrivatUniversität Wien
Prof. Dr. Alfred Pritz | Rektor der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien Paris

u.a. nationale und internationale Expertinnen und Experten

Leitung

Lehrgangsleitung

Dr. Dominik Batthyány
Mail: dominik.batthyany@sfu.ac.at
Tel:+43 676 880 883 91