Termin
13. und 14.12.2021, jeweils 9:00 – 11:30 Uhr
online über ZOOM
Umfang
6 Unterrichtseinheiten
6 Fortbildungseinheiten für Psychosoziale Berufe
6 DFP Punkte beantragt
Kosten
Preis regulär: € 159,00.-
* 25 %-ige Ermäßigung für SFU Studierende, Lehrende, Mitarbeiter und Alumni wird bei der Rechnungslegung berücksichtigt
Abschluss
Teilnahmebestätigung
Anmeldung

Im sexualtherapeutischen Kontext klagen Frauen häufig über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Männer sind oft frustriert, weil sie keine Erektion bekommen oder zu rasch ejakulieren. Paar- und Einzelübungen und hypnotherapeutische Interventionen sind bei sexuellen Funktionsstörungen hilfreich. So wird das Erleben dieser Patient*innen allmählich frei für Genießen und Lust.

Inhaltliche Schwerpunkte

Sexuelle Schmerzen und Vaginismus
Viele Frauen mit penetrativen Schmerzen oder Vaginismus leiden so sehr darunter, dass sie täglich daran denken und sich als unvollständig und defekt erleben. Manchmal zerbrechen Liebesbeziehungen am misslingenden Geschlechtsverkehr. In manchen Kulturen stellt es einen Scheidungsgrund dar, wenn das Zeugen von Nachkommen unmöglich ist. Daher lastet enormer Druck auf diesen Frauen. Nach der Hochzeit drängt nicht nur der Ehemann auf den Geschlechtsverkehr, sondern die Verwandten erkundigen sich immer wieder, ob denn nun ein Baby unterwegs sei. Der Druck von außen verstärkt den vaginalen Druck – das Symptom verstärkt sich, der Mann verliert die Geduld und der Druck verstärkt sich noch mehr. In diesem Teufelskreis gefangen verlieren die betroffenen Frauen ihr Selbstwertgefühl, ihre Lockerheit, ihr Vertrauen und ihren Optimismus und verzweifeln. Der erste Schritt der Hypnosetherapie besteht im Anerkennen dieser schwierigen Lage. Und dann? Wie kann die Sprache des Symptoms entschlüsselt werden? Und wie ändert sich die Paardynamik, wenn im Laufe der Therapie die Penetration möglich wird? Gerne würde ich mit Ihnen mein therapeutisches Vorgehen teilen.

Erektionsstörungen
Mit einfachen Fragen finden wir heraus, ob eine Erektionsstörung körperliche oder psychische Ursachen hat. Vor allem bei jungen Männern ist fast immer die Versagensangst die große Bremse der Erektion. Je mehr die körperlich sichtbare Erregung erwünscht wird, desto weniger entsteht sie. Angst führt häufig zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Ängstliche Selbstbeobachtung stört sinnliches Erleben. Es kommt zum Teufelskreis von Versagensangst – Selbstbeobachtung – Selbstabwertung und destruktiven inneren Monologen – Stress – Minderdurchblutung der Genitalien – vermehrter Angst. Um aus diesem Teufelskreislauf auszusteigen, eignen sich hypnotherapeutische Interventionen sehr gut.

Vorzeitiger Samenerguss
Die häufigste sexuelle Funktionsstörung ist der vorzeitige Samenerguss: circa 20-40% der Männer leiden darunter, keine Kontrolle über die Ejakulation zu haben. Außerdem befürchten sie, dass die Partner*in deshalb keinen Orgasmus bekommt oder Sex nicht genießen kann. Deshalb belastet dieses Symptom die Beziehung meist stark. Viele Betroffene empfinden die Stopp-Start- und Squeeze-Methode nicht als ausreichende Hilfe, damit die Dauer des Geschlechtsverkehrs verlängert wird oder sie nicht bereits ante portas ejakulieren. Mit welchen Therapien lassen sich diese Methoden kombinieren? Und: Welche hypnotherapeutischen Bilder und Narrative sind beim vorzeitigen Samenerguss hilfreich?

Ziele

Das Seminar soll Sie anregen und ermutigen, mit Ihren Patient*innen über sexuelle Probleme zu sprechen und Verständnis für den Leidensdruck zu entwickeln. Konkrete Intervention und effiziente Behandlungsstrategien unterstützen Sie, sich bei der Therapie dieser sexuellen Symptome kompetent zu fühlen.

Zielgruppe

Psychotherapeut*innen, Mediziner*innen, Berater*innen, Sexualtherapeut*innen und Menschen, die am Thema sexueller Funkfionsstörungen interessiert sind.

Referent/in

Dr. Barbara Laimböck
  • Ärztin
  • Psychotherapeutin für KIP und Hypnotherapie
  • Gerichtssachverständige
  • Lehrbeauftragte der SFU Wien und Berlin seit 2015

Aktuelle Publikationen – Zeitschriften- und Buchbeiträge:

  • Das Unsagbare darstellen. Portraying horror. (2018) In Zeitschrift: Spektrum d. Augenheilkunde. Springer
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung und Spiel: It is a Joy to be Hidden, but disaster not to be found (2019). Buchbeitrag in: Mensch – Beziehung – Störung (pp 151-165). In: Psychosomatik im Zentrum. Springer
  • Das gespaltene Selbst im Bild (2019). In Zeitschrift: Musik-, Tanz- & Kunsttherapie. Papst Science Publishers. (affil. SFU)
  • Amor und Psyche – Erotik im intersubjektiven Feld der Psychotherapie (2020) Buchbeitrag. In: Therapeutische Beziehungen (pp. 51-65). Psychosomatik im Zentrum. Springer. (affil. SFU)
  • Schaulust: vom Betrachten eines Kunstwerks zum Voyeurismus (2020). In: Musik-, Tanz- & Kunsttherapie. Papst Science Publishers. In Druck. (affil. SFU)
  • Erklär mir, Liebe. Liebe und Sexualität im Licht der affektiven Neurowissenschaft (2021). In: Psychosomatik im Zentrum. Springer: in Druck. (affil. SFU)
  • Guter Sex dank Selbsthypnose. So behandeln Sie Ihre sexuellen Probleme. Springer. In Druck. (Erscheint ca. Im April 2021)

Termin

  • 13. und 14.12.2021, jeweils 9:00 – 11:3o Uhr: Online über ZOOM